Die wertvollsten Begrüßungsfloskeln
Klassische ägyptische Grußrituale
Ägyptische Begrüßungsrituale zum Anhören [283 KB]
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Die Kenntnis der wichtigsten Begrüßungsfloskeln ist wesentlich wichtiger als das Auswendiglernen von grammatikalisch korrekten Bandwurmsätzen. Ihr bekundet damit euer Interesse an der arabischen Kultur und werdet sofort ein Lachen auf die Gesichter der Angesprochenen zaubern und das Wohlwollen des ägyptischen Gegenübers ist euch sicher.
Zum Einstieg noch ein paar – wirklich kurze - Bemerkungen zur Aussprache. Ich verschone euch mit Feinheiten, erstens kann ich sie so auf die Schnelle sowieso nicht vermitteln und zweitens wird man euch auch verstehen wenn ihr etwas „schräg“ radabrecht.
H~: Ein tief in der Kehle gehauchtes „h“, ähnlich wie in „Hänschen“, ihr müsst bei der Aussprache bewusst ausatmen. Klassische Anwendung in „H~abibi“ (mein Liebling). Wenn ihr Probleme mit der Aussprache habt, sprecht notfalls ein normales H, aber auf keinen Fall ein kehliges, schweizerisches „ch“, das verwirrt die Ägypter an dieser Stelle.
Ch: Kehliges, „schweizerisches“ ch.
*: Der Buchstabe „ayn“. In „Usrati, Lehrbucht für modernes Arabisch“ beschreibt ihn Nabil Osman sehr plastisch, fast schon poetisch: „Gepresster, tief in der Kehle gebildeter Reibelaut. Man kommt der richtigen Aussprache am nächsten, wenn man den a-Vokal so tief wie möglich unten spricht und dann versucht die Stimme zu unterdrücken. Dieser Laut erinnert – allerdings nicht so extrem – an den Laut, der bei Brechreiz hörbar wird oder dem Erbrechen unmittelbar vorausgeht“. Ganz so furchtbar klingt es im Original dann nicht. Hört es euch einfach mal an.
Und jetzt genug der Theorie, schreiten wir furchtlos zur Tat:
Gruß: Einen guten Morgen:
Sabaah~ al cheer
Anwort: Einen Morgen des Lichts:
Sabaah~ al nuur
Gruß: Guten Tag/Abend
Massa al cheer
Antwort: Einen erleuchteten Tag/Abend
Massa al nuur
Mit dieser Zweierkombination ist der Gruß jeweils korrekt abgeschlossen. Das Ritual lässt sich aber auch in einer Art Gruß-Ping-Pong unendlich fortführen. Die meisten Ägypter haben eine kindliche Freude am Blödeln – das macht sie mir sehr sympathisch – und werden mit Begeisterung mitziehen. Die weiteren Grüße könnten z.B. lauten:
Sabaah~/Massa al ward Einen rosigen Morgen/Tag
Sabaah~/Massa al full Einen jasminigen Morgen/Tag
Sabaah~/Massa al nergis Einen nelkigen Morgen/Tag
Sabaah~/Massa al ischta Einen sahnigen Morgen/Tag
Wenn ihr anfangt dieses Spiel mit den Hotelangestellten oder sonstigen Ägyptern zu spielen, werdet ihr bald eine Fülle von verbalen „Ping-Pong-Bällen“ zur Verfügung haben. Nur mal kurz die Hotelhalle durchqueren könnt ihr euch dann allerdings abschminken, jeder wird dieses Ritual begeistert mit euch durchziehen und sei es auch zehnmal am Tag.
Typische islamische Begrüßung: Friede sei mit dir.
Assalamu *aleikum
Antwort: Auch mit dir sei der Friede.
Wa *aleikum assalaam
Beim Betreten von Läden, Werkstätten oder Wohnungen hört ihr häufig:
Herzlich willkommen
Ahlan wa sahlan
Antwort: Sei ebenfalls willkommen
Ahlan biik.
Manchmal hört ihr auch das von den Beduinen stammende:
Willkommen
Marh~aban
Antwort: Danke (passt im Zweifelsfalle immer!)
Schukran
An jeden Gruß schließt sich mit fast 100%iger Gewissheit die Floskel:
„Wie geht´s dir?“ an.
Die Grammatik richtet sich dabei nach dem Geschlecht des Angesprochenen.
Izzayyak/izzayyik wie du (m/w)?
Kif h~aalak/h~aalik wie Lage deine (m/w)?
Izzay sah~a wie Gesundheit ?
Auch wenn ihr gerade an Hitzschlag, Darmgrippe und Sonnenbrand leidet, euer Koffer einen Abstecher nach New York gemacht habt und euer Hotel bis auf die Grundfesten abgebrannt ist, ihr antwortet immer:
Lob sei dem Herrn!
Al h~amdullilah

