Das legendäre Taizé-Service
Die glorreichen Vier Tablett, Teller, Napf und Löffel. Damit bekommt man absolut jedes organische Substrat in den Griff
Wehret den Anfängen: Der Vers "Messer, Gabel, Scher und Licht, ist für kleine Kinder nicht!" scheint in Taizé Pate gestanden zu haben. Im Rahmen von Taizé sowieso sehr unwahrscheinliche Messerstechereien und Gabelmassaker sind damit von vorne herein zum Scheitern verurteilt. Zweikämpfen mit einem Löffel fehlt der beinharte Macho-Touch, sie wurden daher meines Wissens bisher in keinem einzigen Heldenepos besungen.
Für Zeit und Ewigkeit: In Taizé wird das Tablett auf dem Schoß balanciert, es ruht auf wackligen Bänken oder steht auf der naturgemäß krummen Mutter Erde. Porzellan hätte hier eine ähnlich hohe Überlebensquote wie eine Praline in einer Fastenklinik. Das spezialgehärtete Taizéplastik trotzt Erdbeben, Fußtritten, Blitzschlägen, Stürzen aus beliebiger Höhe, dem destruktiven Temperament der Abspüler und jeder anderen Form mechanischer Bedrohung. Noch in Tausenden von Jahren werden Arachäologen unversehrte Taizénäpfe bergen und sich Gedanken über die zugrundeliegende Kultur machen.
Tradition: Das Taizégeschirr hat einen Charakter wie eine alte Jeans: Vertraut, bequem, nicht unbedingt schön, aber keiner würde den lieb gewonnenn Alltagsbegleiter freiwillig hergeben. Spätestens bei ersten Schluck aus dem Napf spürt man ganz deutlich: Ich bin wieder in Taizé!

