"Churchwork"
Textquelle für den folgenden Abschnitt
Herzlichen Dank an Ester [ohne "h" :-)] für die Texte und an Rebecca für die Fotos!
In Reih und Glied Nach jedem Gottesdienst werden die Meditationshocker der Brüder wieder fein säuberlich ausgerichtet. (Copyright Rebecca Löwenstein)
Das Taizé-"Archiv" Alles was am Eingang der Kirche aufliegt (Liedhefte, Texte der Lesung, Psalmen etc.) wird hier verwaltet, sortiert und repariert. (Copyright Rebecca Löwenstein)
Feierabend! Das Ganze soll ja schließlich nicht in Streß ausarten :-) (Copyright Rebecca Löwenstein)
Für Kirchenheinzelmännchen gibt es viel zu tun:
|
|
Liedzettel sortieren und für das jeweils nächste Gebet (davon gibt es ja drei am Tag) vorzubereiten. Dazu stehen im Keller riesige Regale mit großen Kartons, wo die einzelnen Psalmen und Lesungen in unmäßiger Stückzahl gelagert sind. |
|
|
die Liederbücherstapel an den Kircheingängen zu ordnen (jeweils in Fünferstapeln, damit sie sich nicht zu sehr rundbiegen) |
|
|
beschädigte Bücher auszusortieren und zu reparieren |
|
|
die Tücher zu ordnen und zu falten, die für Kirchbesucher bereit liegen, welche sommers schulterfreie, kurze Kleidung tragen |
|
|
jeweils vor den Gebeten die Kerzen am Altar anzuzünden (eine Unmenge in aufeinander gestapelten Ziegelquadraten), |
|
|
den Kirchenraum mit riesigen Staubsaugern zu reinigen (einer führt dabei den Schlauch mit der Düse, während ein zweiter den Rest der Maschine, die sogar zwei große Saugmotoren besitzt, schiebt und dabei das Kabel auf- bzw. abwickelt – je nach zurückzulegender Wegstrecke) |
|
|
Wachsflecken aus dem Teppichboden zu „bügeln“ |
|
|
Kaugummis abzukratzen |
|
|
die Mikrofonkabel der Brüder, die während der Gebete die Solopartien singen oder sprechen, in Schneckenform zu ordnen |
|
|
alte Kerzengläser zu putzen und mit neuen Kerzen zu füllen |
|
|
die Gebetsbänkchen ordentlich in eine Reihe zu stellen |
|
|
an den Seitenaltären meist im März und September die Buchsbaumzweige auszutauschen und frische Zweige fest zu tackern (Inzwischen wurden die Buchsbaumzweige durch Kunstlaub ersetzt) |
|
|
den Altarboden zu schrubben und von Wachs zu befreien I |
Ich glaube, ich habe jetzt alles aufgezählt. Natürlich muss keiner ganz allein alles machen. Meist "spezialisiert" man sich auf ein oder zwei Aufgaben. Außerdem beansprucht diese Arbeit nicht den gesamten Tag. Es gibt drei Schichten - vormittags, nachmittags und nach dem Abendgebet, von denen man sich eine einzige für die Woche aussucht.
Außerdem bedeutet so eine "Schicht" auch nicht Arbeit pur, sondern man hilft eben gemeinschaftlich in einem kleinen Bereich mit, dass das Wochentreffen reibungslos ablaufen kann. Die Frères bemühen sich dabei immer sehr, die Gruppe der Helfer bei Laune zu halten - jeder hat da so seine eigene Strategie. Von Witzen über Knobelspiele bis zum Vorlesen einer Gute-Nacht-Geschichte (abends natürlich) ist alles dabei!
Ist die "Arbeitszeit" dann zu Ende, trinkt man gemeinsam Tee und isst Kekse. Bei der "Abendschicht" wird zuerst Tee getrunken und dann in der Sakristei im Keller allmählich mit den Aufgaben begonnen, während man durch die Mauern hindurch noch lange die singenden Leute beim Abendgebet quasi als Backgroundmusik hören kann.
Church-Work ist auf jeden Fall ein sehr vielfältiges Aufgabengebiet und gerade im Hochsommer herrschen in der Kirche noch die angenehmsten Temperaturen (im „Keller-Zettel-Archiv“ sowieso). Wie so oft in Taizé spürt man, dass alles nach einem feinen Plan gestaltet wurde bzw. eine feine Entwicklung genommen hat.
Besonders liebenswert finde ich, dass sämtliche Geräte und Steckdosen in der Kirche Namen haben: So heißt der große Staubsauger „Confiance“ (Zuversicht), der kleine „Patience“ (Geduld), der Sprühsauger „Joie“ (Freude) und eine Steckdose z. B. „Paix“ (Frieden). (Copyright Ester Nothelfer)







