Die glorreichen Zehn
Die Kalorienverteiler
Brot für die (Taizé-)Welt Wer könnte einer derart leidenschaftlich angepriesenen Verköstigung widerstehen?
Logistik: Um Tausende von Jugendlichen bei jeder Mahlzeit noch rechtzeitig vor Einsetzen einer Altersdemenz abzuspeisen, verteilt sich der Ansturm auf ca. 8-10 verschiedene Schlangen, darunter eine extra Schlange für die Vertreter vegetarischer Freuden. (Diesen "Luxus" gibt es bei den Erwachsenen nicht. Wer also als eingefleischter bzw. eben nicht -gefleischter Vegetarier keinen Nerv hat, ständig mühselig den Schinken aus seinen Nudeln zu pulen, wandert bei den Mahlzeiten zu den Jugendlichen ab).
Das "geistige Oberhaupt" jeder Schlange bildet ein Permanent (Jugendliche, die für mehrere Monate in Taizé leben) der für den reibungslosen Ablauf verantwortlich ist. Wenn die Ressourcen bedrohlich knapp werden, rennt er um Nachschub, er hält das Team bei Stimmung und bestimmt wann die Schlange geschlossen wird. Beim Frühstück und Tee vereinfacht sich der ganze Prozess, weil es zu diesen Zeiten keine warmen Mahlzeiten gibt.
Die glorrreichen ersten Fünf:
Nummer Eins hakt das entsprechende Feld auf den Essensmarken ab. Was jemand ohne Essensmarken macht, wage ich mir nicht vorzustellen. Mit Hunderten von grimmig knurrenden Mägen im Rücken philosophische Grundsatzdiskussionen mit dem Essensmarkeneinsammler anzuleiern, wäre im günstigsten Fall wohl äußerst undiplomatisch.
Nummer Zwei: Er verteilt die Tabletts. Immerhin haben die vom Unterzucker zittrigen Hände jetzt schon etwas zum Festklammern.
Nummer Drei: Ausgabe der Plastikteller. Jetzt kann es sich nur noch um Sekunden bis zur kulinarischen Ekstase handeln.
Nummer Vier: Yiiiiihah! Endlich Fresschen!! Ein voller Schöpflöffel der einzigartigen Taizépampe in Nudel-, Reis-, Bulgur- oder sonstig nicht näher definierbarer Zusammensetzung.
Nummer Fünf: Mit Sicherheit keine brotlose Kunst, er verteilt zwei Scheiben Weißbrot.
Die nicht minder glorreichen zweiten Fünf:
Nummer Sechs: Ein Keks oder ähnlich süßer krümeliger Kalorienkleinkram.
Nummer Sieben: Joghurt, Kompott oder Frischkäse in kleinen Plastikrüstungen.
Nummer Acht: Der Vitamin C-Stoßtrupp: Apfel, Orange, etc.
Nummer Neun: Mit einer tiefen Verbeugung werden die alterwürdigen Taizénäpfe überreicht.
Nummer Zehn: Der arme Mensch gibt permanent den Löffel ab und überlebt es trotzdem.
Der Anblick des lang ersehnten Essens überschwemmt den Organismus mancher Besucher mit euphorisch aber auch verwirrend wirkenden Endorphinen. Die selig lächelnden Betroffenen schweben dann häufig schon nach der Nummer Acht aus der Reihe. Blaue Flecken am Rücken rühren in Taizé daher meistens von den nachgeworfenen Löffeln her (deshalb auch der Verzicht auf Messer und Gabeln, die würden schließlich jeweils stecken bleiben).
Der Essenstrupp kann sich erst dann stärken, wenn die ganze hungrige Meute abgefüttert ist. Bei diesem Job lernt man nach und nach alle Taizébesucher von Angesicht zu Angesicht kennen, außerdem werden die sprachlichen Kenntnisse auf dem Sektor "Guten Appetit" enorm erweitert:
"Guten Appetit" Es geht auch anders ...
|
Albanisch: Të bëftëm mirë! Bayrisch: An guadn Bulgarisch: Dobra apetit Esperanto: Bonan apetiton Französisch: Bon appetit Griechisch: Kali orexi Indonesisch: Selamat makan Italienisch: Buon apetito Japanisch: Iidatakimas Kroatisch: Oprostite! |
Litauisch: Gero apetito! Niederländisch: Eet smakelijk (Klingt das nicht total nett? ;-)) Norwegisch: Velbekomme Phillipinen: Kakain na Polnisch: Smacznego Russisch: Acharoschi appetit Portugiesisch: Bom apetite Spanisch: Buen provecho Türkisch: Afiyet olsun Ungarisch: Jó étvágyat |
Fotogalerie
| Für vergrößerte Darstellung und begleitenden Text erstes Einzelbild anklicken. |






